22.02.2008 - 13:11:00

VLC Media Player 0.8.6d

Um die spannende Reihe multimedialer Applikationen unter Linux fortzusetzen, möchte ich an dieser Stelle den weit verbreiteten VLC Media Player vorstellen.

Der VLC Media Player, kurz VLC ist ein freier, plattformunabhängiger Multimedia Player der unter der GPL Lizenz verbreitet wird. Die Entwicklung wurde bereits 1999 vom VideoLAN-Team, einer Gruppe von Studenten einer französischen Ingenieurschule in Paris und Entwicklern aus mehr als 20 Ländern ins Leben gerufen. Seine Bekanntheit verdankt er unter anderem den Tauschbörsennutzern, da er in der Lage ist, teilweise heruntergeladene, unvollständige oder leicht defekte Videos abzuspielen. So konnte man bereits nach kurzer Downloadzeit kontrollieren, ob die Qualität des Videos stimmt.

Der einfach zu bedienende, flexible Universalplayer spielt nahezu jedes erdenkliche Video- und Audioformat ab und ist zudem vergleichsweise sparsam, was die Systemressourcen betrifft. Der VLC Media Player bringt bereits alle gängigen Audio-und Videocodecs mit und erspart dem User somit das teilweise unkomfortable Nachinstallieren fehlender Codecs. Daß DRM-geschützte Medien aus urheberrechtlichen Gründen nicht abgespielt werden können ist ebenso ein Nachteil, wie der Umstand, daß auf dem Betriebssystem vorhandene Audio- und Videocodecs nicht genutzt werden können.

VLC kann diese nicht benutzen, der Player benutzt grundsätzlich nur die selbst mitgelieferten Codecs! Weiter ist zu bemängeln, das Real Video Formate, Indeo Video 4/5 und AMR 3GPP grundsätzlich nicht unterstützt werden und es auch in zukünftigen Versionen nicht geplant ist. Der VLC Media Player beinhaltet einen grafischen 10 Band Equalizer der mit vorgefertigten Pattern eingestellt werden kann. Zusätzlich können mit integrierten Filtern die verschiedensten Effekte wie Helligkeit oder Kontrast in Echtzeit angewandt werden. Es ist auch möglich hochformatig aufgezeichnete Videos um 90° zu drehen.

VLC kann auch verwendet werden um Netzwerkstreams zu empfangen, transcodieren und anschließend zu speichern. Dies macht Ihn zu einem mächtigen Transcodierungstool für verschiedenste Audio- und Videoformate. VLC kann grundsätzlich in jedes Format transcodieren, daß er auch lesen kann. Der VLC Mediaplayer ist ein Teil einer vom VideoLAN-Team entwickelten Streaminglösung. Für die Bereitstellung der Streamingdaten wurde ursprünglich der VLS (VideoLAN Server) entwickelt.

Dieser stellt die Streamingdaten serverseitig zur Verfügung während der VLC Player die Daten clientseitig abspielt. Mittlerweile ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, daß viele Fähigkeiten, die dem VLS vorbehalten wurden, in den VLC Media Player integriert wurden. Dies hat jedoch zur Folge, daß die Weiterentwicklung des VLS seit 2003 fast zum Erliegen gekommen ist. Mittlerweile kann VLC sowohl als Streaming Server oder auch als Streaming Client verwendet werden, der die Netzwerkstandards IPv4 und IPv6 unterstützt.

Zum Streamen werden die Verbindungsarten unicast und multicast verwendet. Die Streamingfunktionalitäten des VLC Media Players sind so umfangreich, dass sie den Rahmen dieses Artikels vermutlich sprengen würden. (Ich werde hierzu einen eigenen Artikel verfassen.) Das optische Erscheinungsbild des VLC Media Players kann beliebig mit Skins angepasst werden. Wer den Umgang mit XML beherrscht, kann sich auch eigene Skins basteln und auf der videolan.org Internetseite zur Verfügung stellen.

VLC kann mit Hilfe von PlugIns in die beiden Webbrowser Firefox und Safari integriert werden. Für Linuxuser ist erfreulich anzumerken, daß beide Soundsystem-Architekturen, ALSA(Advanced Linux Sound Architecture) und OSS(Open Sound System) unterstützt werden.

Die aktuelle Version dieses multimedialen Zauberkästchens kann auf der Internetseite des VideoLAN Projekts heruntergeladen werden. Es werden fast alle Betriebssysteme wie: Linux, Windows, Mac OS X, BeOS, BSD, Windows CE und eine portable Version zum standalone Betrieb auf einem USB-Stick.

Rubrik: Multimedia/VLC Media Player - Autor: Flohoschi

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10.04.2007 - 14:42:34

Kaffeine 0.8.3 Multimediaplayer

Der Kaffeine Multimediaplayer ist einer der weit verbreitetsten Multimediaplayer in der Linuxwelt und hat in vielen Distributionen seit Jahren seinen festen Platz gefunden.

Die Startseite bietet einen Schnellzugriff auf die gängigsten Aufgaben, wie beispielsweise DVDs und VCDs abspielen oder Audio CDs codieren. Sie gestaltet sich recht schlicht und funktional kann aber an die Bedürfnisse des Users angepasst werden.

Da Kaffeine ein Frontend ist, setzt er auf ein vorhandenes Abspielgerät, ein sogenanntes Engine oder Backend, wie xine-lib, MPlayer oder GStreamer auf. Nur so ist es ihm möglich, die gängigen Daten und Formate abzuspielen. Dies hat den Vorteil, dass auf ein leistungsfähigeres Backend gewechselt werden kann wenn ein anspruchsvolles Format von einem Backend noch nicht unterstützt wird. Es bringt jedoch auch den Nachteil mit sich, dass der Kaffeine Multimediaplayer immer nur so leistungsfähig ist, wie das Backend selbst.

Die Entwickler legen hohen Wert auf die vollständige Integration in die Desktopumgebung KDE. Mit jeder neueren Version des Dateimanagers Konqueror ist es möglich, die Vorschau einer Videodatei im eingebetteten Kaffeine Playerfenster anzusehen.

Dies ist auch bei Webseiten mit Videocontent möglich, wenn sie mit dem Konqueror angezeigt werden, da auch hier Kaffeine als Streamingplayer eingebettet wird. Die Navigation im DVD Menü wurde stark verbessert und funktioniert nun nahezu fehlerfrei.

Meine persönlichen Highlights sind jedoch die umfangreichen Zoommöglichkeiten und die verschiedenen Funktionen zur Bearbeitung des Video Seitenverhältnisses. Es ist eine praktische Funktion vorhanden, die sich bei anderen Videoplayern ” Decreace und Increace Rate” nennt. Sie ermöglicht es einen anamorph 16:9 Film unabhängig voneinander horizontal oder vertikal zu skalieren, um den schwarzen Rand etwas zu verkleinern. Dies ist sehr praktisch, wenn man keinen Widescreen Bildschirm besitzt.

Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, digitales Fernsehen DVB–T ( digital video broadcast ) und DVB EPG ( electronic program guide ) zu empfangen, vorausgesetzt die Hardwareanforderungen sind gewährleistet. Auch eine gute Netzwerkanbindung beim Senden und Empfangen von Datenströmen ist gegeben und die Wahl eines freien Netzwerk-Ports ist möglich.

Die abgespielten Datenströme eines Videos können gespeichert werden. Die Prozessorbelastung kann bei der Wiedergabe über das Deinterlacing Modul schrittweise von geringer bis hoher CPU-Last eingestellt werden. Die Bearbeitung der Video- und Soundausgabe kann in Echtzeit durch verschiedene Effektfilter beeinflusst werden.

Die aktuellste Version 0.8.3 des Kaffeine Multimediaplayers kann auf der offiziellen Seite
http://kaffeine.sourceforce.net für die verschiedensten Linuxdistributionen heruntergeladen werden.

Rubrik: Multimedia/Kaffeine - Autor: Flohoschi

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27.03.2007 - 05:25:59

AmaroK 1.4.5

- Ich kann ihn nicht oft genug loben.
Ich habe in Foren und Newsgroups schon von einigen! Usern gelesen die von Microsoft
auf Linux gewechselt haben nur wegen des Amarok Mediaplayers.
Die Namensgebung verdankt er tatsächlich dem Album Amarok von Mike Oldfield.
Das Logo zeigt einen Wolf. Das ist darauf zurückzuführen dass Amarok in der inuitischen Sprache Wolf bedeutet.

Persönlich habe ich mich schon mit sehr vielen OpenSource- und auch kostenpflichtigen Mediaplayern auf dem Markt beschäftigt, der überzeugenste jedoch ist und bleibt Amarok und ich würde ihn NIE wieder hergeben.

Dieser Mediaplayer ist unglaublich erweiterbar und bietet beispiellose Funktionen wie das
Laden eines Liedtextes innerhalb von Sekunden.
- Sehr praktisch zum Mitträllern des Lieblingssongs.
Mit einem Klick werden alle verfügbaren Informationen zum aktuellen Track, dem Interpreten und den Albuminformationen von Wikipedia im Kontextfenster des Players angezeigt! -Bemerkenswert!

Das Design des Kontextfensters ist für jeden der den Umang mit Cascading Stylesheets beherrscht, einfach zu gestalten. Jedoch muss ich dazu sagen dass eine Vielzahl an fertigen und optisch sehr ansprechenden Designs im Internet verfügbar ist.

Mit der Cover-Verwaltung ist es sehr einfach die Cover seiner gesamten Musiksammlung zu verwalten und organisieren. Mit nur einem Klick werden alle Cover über das Internet aktualisiert oder man kann gegebenenfalls eigene hinterlegen.

Ein neues Feature ist die Implementierung des Magnatune.com Musikdienstes. Dieser bietet die Möglichkeit eine sehr große Anzahl an Musiktiteln und Alben in Full-Length-Preview via Streaming anzuhören und gegebenenfalls zu kaufen.

Seit der Version 1.4 unterstützt Amarok die Syncronisation von Tracks und Wiedergabelisten für eine Vielzahl von MP3 Playern unter anderem auch mit dem beliebten iPod. Durch die Übertragungswarteschlange kann auch eine Wiedergabeliste erstellt werden, auch wenn das Gerät noch nicht anschlossen ist, oder erst später syncronisiert werden soll.

Dieser Player hat in der aktuellen Version 1.4.5 das Potential iTunes und den Windows Media Player 11 sprichwörtlich ” in die Tonne zu kicken. ” Es wurden über 100 Bugs aufgestöbert und behoben. Somit ist eine sehr hohe Absturzsicherheit und unbegrenzter Musikgenuss gewährleistet.

Zeitnah zur Veröffentlichung von KDE 4 beabsichtigen die Entwickler Amarok Versionen für Mac OS X und Windows umzusetzen.

Für alle, die Amarok mal ausprobieren wollen ist im Internet eine bootfähige Live CD zum Download erhältlich.

Rubrik: Multimedia/AmaroK - Autor: Flohoschi

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